Der Weg zum neuen Rollstuhl

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Vor ziemich genau einem Jahr habe ich bei meiner Krankenkasse einen neuen Aktivollstuhl beantragt. Mein altes Gefährt war zu dieser Zeit schon ziemlich abgenutzt und eigentlich kaum noch fahrbar.

Im Laufe des Bestellprozesses habe ich gemerkt, dass ich in den Jahren zuvor, in denen ich schon Einige Rollstühle bekommen habe, doch viele Fehler gemacht habe, die man bei der Beantragung des optimalen Rollstuhls vermeiden sollte. Glücklicherweise wurde ich von einigen Freunden gut beraten, sodass ich viele wichtige Informationen sammeln konnte und inzwischen ein für mich passendes Rollstuhlmodell bekommen habe.

Mit diesem Beitrag möchte ich diese Informationen weitergeben und eine Unterstützung im Dschungel des Bestellprozesses eines Aktivrollstuhls anbieten.

Informationen sammeln

Am Anfang sollte das Sammeln von Informationen stehen, was der neue Rollstuhl in jedem Fall bieten soll. Mit diesen Informationen könnt ihr die angebotenen Modelle der bekannten Rollstuhlhersteller durchforsten und schon mal eine kleine Vorauswahl treffen, welche Modelle überhaupt in Frage kommen. Im Optimalfall habt ihr Freunde und Bekannte, die euch durch ihre Erfahrungsberichte bei der Wahl unterstützen können.

Das optimale Sanitätshaus

Habt ihr eine kleine Vorauswahl von Modellen getroffen, kommt ein sehr wichtiger Teil: Sucht euch ein kompetentes Sanitätshaus, welches viel Erfahrung in der Versorgung mit Aktivrollstühlen hat. Meißtens bieten diese Häuser sogar bereits eine große Auswahl von Rollstühlen vor Ort zum testen an. Darauf solltet ihr auch bestehen. Ob ein Rollstuhlmodell im Alltag optimal passt, erfährt man nicht nur über technische Angaben in Katalogen, oder ein kurzes hineinsetzen. Um ganz sicher zu gehen, müsst ihr es ausführlich testen und auch fahren. Am Besten über mehrere Tage. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es leider einige Sanitätshäuse gibt, die eher an schnellem Geld interessiert sind, als an einer optimalen Versorgung des Kunden. Deshalb: Wenn ihr nicht die Möglichkeit habt, euer Wunschmodell ausführlich zu testen, oder ihr das Gefühl habt, irgendwas aufgeschwatzt zu bekommen, lieber Abstand nehmen und ein anderes Sanitätshaus aufsuchen.

Die Wahl des Sanitätshauses liegt ganz in eurer Hand und kann auch nicht durch die Krankenkasse vorgeschrieben werden.

Der Antrag

Wenn ihr euch in Absprache mit dem Sanitätshaus sicher seid, das passende Modell gefunden zu haben, kommt es darauf an, das Rezept korrekt bei der Krankenkasse einzureichen. Es sollte die genaue Modellbezeichnung beinhalten und nicht nur den Vermerk „Aktivrollstuhl“. Ansonsten bekommt ihr immer das für die Krankenkasse günstigste Modell genehmigt und müsst dieses mit Begründung ablehnen. Um sich diesen Ärger zu ersparen, also direkt die korrekte Modellbezeichnung auf dem Rezept vermerken. Des Weiteren muss jede benötigte Ausstattung, die vom Grundmodell abweicht, mit einer Bescheinigung vom Hausarzt begründet werden. Ansonsten wird diese abgelehnt und ihr müsstet diese aus eigener Tasche zuzahlen.

Erhaltet ihr in erster Instanz eine Ablehnung über den gewünschten Rollstuhl, was nicht selten vorkommt, ist es wichtig, innerhalb der festgelegten Frist Widerspruch einzulegen. Dieser kann mit oder ohne Begründung abgegeben werden. Ich würde jedoch eine Begründung beizufügen, da dies die Erfolgschancen erhöht. Das Sanitätshaus sollte hier unterstützen können. Sollte der Widerspruch ebenfalls abgelehnt werden, gibt es die Möglichkeit der Klage über das Sozialgericht. Dies sollte aber genauestens abgewogen werden, da man bei einer Niederlage auf den Prozesskosten sitzen bleibt. Für eine optimale Beratung empfehle ich die Mitgliedschaft beim Sozialverband VdK.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag eine kleine Hilfestellung bei der Beantragung des optimalen Rollstuhls bieten konnte.

2 Kommentare Füge deinen hinzu
  1. Meines Wissens ist die erste Instanz der Sozialgerichtsbarkeit kostenfrei? VdK ist prinzipiell ein guter Tipp. Aber auch da hängt die Qualität maßgeblich von der Person ab, die für einen tätig ist. Bin da schon mal sauber auf die Schnauze geflogen. 🙄

    1. Das stimmt.
      Die Klage an sich ist kostenfrei.

      Eventuell könnten aber entsprechende Kosten für den Rechtsanwalt auf einen zukommen.
      Wenn man Glück hat, lenkt das Sanitätshaus aber bereits vorher ein.

      Ich musste, zum Glück, noch nicht über den Klageweg gehen.

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